Wednesday, July 7, 2004

berlin bei nacht

Man lernt zuerst, dass es einen unheimlichen Zusammenhang zwischen dreckigen Klos und fetten Partys gibt. Je ätzender die Toilette, desto besser die Musik. Niemand weiss, warum es so ist. Es war immer so, und es wird immer so. Man sieht immer eine ausgerollte Rolle Toilettenpapier vor sich, traurig und nass im schwachen, gelben Licht.

Die Mädels, die stehen draußen und flüstern sich miteinander laut und melodramatisch. Sie gucken sich im Spiel an, und versuche hoffnunglos ihren Gesichten mit billigen Kosmetik zu gestalten. Es gibt keine Chance, sich zusammenzuhalten, und nach ein Paar Stunde erscheinen schwarze Streifen unter den Augen.

Leute unterhalten sich auf dem Tanzflur, aber niemand kann den Anderen verstehen. Darum sind die Ausdrücke übertrieben. Augen rund, Mund breit... Plotzlich sind alle Pantomine, und Sätze entschachteln sich. Männer fallen besoffen auf den Boden, die noch Flaschen Vodka an ihrem Körper festhalten.

An die Nacht erinnert man sich am besten, wenn sie fast vorbei ist. Mit einem Kumpel fährt man nach Hause, und in der Morgendämmerung tauschen wir leise unsere Gedanken aus. Unser Haar stinkt vom Schwitz und unser Kleidung stinkt, aber wir haben unsere Erfahrungen diese Nacht gesammelt, damit wir sie später geniessen können.

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